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1 Kommentar:
Am Sonntag besuchte ich das erste Mal zusammen mit meiner Gastmutter Adelait einen Gottesdienst. Die katholische Kirche war nur fünf Minuten von unserem Zuhause entfernt.
Die Kirche sah sehr schön aus. Die Wände sind weiß gestrichen und die Kirche wirkt insgesamt sehr hell. Ansonsten sieht sie genauso aus wie eine "normale" deutsche Kirche. ( Altar, Kreuz, Kerzen usw.) Meine Gastmutter wirbelte überall in der Kirche herum. Sie schmückte den Altar, sprach mit der Gitarrenspielerin, verteilte Zettel mit dem Ablauf der Messe und kümmerte sich ab und zu um mich. Ich setzte mich in die letzte Bank, lies mir den Messablauf durch, hörte der Gitarrenspielerin zu und beobachte Adelait und die anderen Messbesucher. Die Kirche füllte sich immer mehr und pünktlich um halb Elf began der Gottesdienst. Mehre Frauen ( darunter auch meine Gastmutter) zogen mit weißen Hemden in die Kirche ein uns setzen sich hinter den Altar auf ein paar Stühle. Es wurde laut und enthusiastisch gesungen. Danach begann, genau wie es auf dem Zettel stand, die Messfeier. Immer wieder wurde gesungen und etwas vorgelesen. Und nach 1 Stunde und 10 Minuten war die Messe zu Ende. Was war mir insgesammt aufgefallen. Es gab einen Pastor, der bis auf die Predigt und den Danksagungen am Ende nichts im Gottesdienst gemacht hatte. Alles andere erledigten verschieden Frauen und Adelait. Was mir bei der Predigt des Pastors aufgefallen ist, er sprach mit einem Mikrofon zu den Leuten. Diese wirkte auf mich sehr persönlich und ansprechend. Er sprach auch Leute in seiner Predigt an und lief mit dem Mirkofon durch den Altarraum. Dies wirkte sehr authentisch. Was viel mir noch auf. Nachdem die Erwachsenen ihre Kommunion bekommen hatten wurden alle anwesenden Kinder nach forne geholt. Sie bekamen keine Hostie, sondern richtiges Brot. Diese Geste gefiel mir. Genauso kamen die Teilnehmer der Messe nach vorne ( wie bei der Kommunion) und warfen Geld in ein Körbchen. Was typisch brasilianisch war, war der Friedensgruß. In Deutschland bin ich es ja gwohnt, dass man ein paar Leuten die Hand gibt und ihnen Frieden wünscht. Die Brasilianer küssten und umarmten sich alle und gingen aufeinander zu. Dieser Vorgang dauerte bestimmt 10 Minuten. Fremde Leute umarmten mich und schenkten mir ihr lächeln. Es wirkte wie eine große Familie....beeindruckend diese Herzlichkeit.
Am Ende der Messfeier wurden alle Väter nach Vorne gerufen. Es war nämlich Vatertag und dies musste natürlich gefeiert werden. Auf portugiesisch wurde " Happy Birthday" gesungen und alle Menschen klatschten laut. Danach wurde ihnen gratuliert und noch ein Lied angestimmt.
Nach dem Gottesdienst wurde ich von Adelait verschiedenen Menschen vorgestellt...sogar dem
Pastor. Wir gingen noch zusammen mit ihm zu seinem Auto. Ein VW-Polo mit scharzen, abgedunkelten Scheiben. Schnell verabschiedete er sich, stieg in sein auto ein und fuhr weg.
Diese zeigt auch wieder die andere Seite von Brasilien. Selbst der Pastor ist sich seines Lebens nicht sicher und muss sich vor Gewalt und Feinden schützen. In Brasilien gibt es nämlich sehr viele Sekten, die gegen die katholische Kirche arbeiten.
Adelait und ich gingen zurück nach Hause und das Sonntags-Essen wurde vorbereitet. Patatas ( Kartoffeln, Arroz (Reis), Carne de porco ( Schweinefleisch), Salada, feijoda (Bohnen).
Es hat super geschmeckt. ;-)
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