Wie spät ist es gerade bei Bento?

Rio de Janeiro


Marathonstrecke 2009

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Rio de Janeiro

Kinder Casa Amor und Sitio das Criancas

Kinder Casa Amor und Sitio das Criancas
Weihnachten

Zur Zeit bin ich im "Sitio das Criancas"

Zur Zeit bin ich im "Sitio das Criancas"
Heim der kleinen Jungen

Kindertagesstätte "Sao Jose Operario"

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Ein Wochenende am Strand

Ein Wochenende am Strand

Emili aus der Creche "K11"

Emili aus der Creche "K11"

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Die ersten 4 Monate in Brasilien

2 Kommentare:

Ben hat gesagt…

Nun bin ich schon vier Monate in Nova Iguacu und ich kann sagen, es geht mir immer noch gut. Seid einem Monat arbeite ich im “Sitio das Criancas”, dem Heim für die kleinen Jungen. Dort wohnen 18 Jungen im Alter von 6-12 Jahren. Jeden morgen stehe ich um 7 Uhr auf, verlasse um 8 Uhr das Haus und komme so gegen 9 Uhr am Gelände des Sitio an. Sobald ich das Gelände betrete, kommen mir oft Rodrigo und Patrick entgegen gelaufen und wollen mit mir spielen. Sie drücken und umarmen mich und begrüßen mich mit einem lächeln. Morgens sind bis auf drei Kinder alle in der Schule. Die Schule geht von 8 Uhr bis 13 Uhr und liegt ganz in der Nähe des Sitios. Mit den drei Kindern die nicht Morgens sondern Nachmittags in die Schule gehen, spiele ich Uno, mit Legosteinen, male oder bastel verschiedene Sachen oder wir backen Plätzchen. Vor einer Woche hab ich den Kindern mein aus Deutschland zugeschicktes Waffeleisen vorgestellt. Wir haben in 2 Stunden 45 Waffeln gebacken. Diese gab es dann für alle Kinder und Erzieher zum Lunch um 16 Uhr. Sie hatten noch nie Waffeln gegessen…sie waren davon aber sehr angetan und alle wollten das Rezept haben. Die Kinder fragen mich nun jeden Tag, ob wir nicht Waffeln backen könnten. In der letzten Woche haben wir auch Sterne aus Pappe hergestellt und bemalt. Die Jungen und Mädchen aus den Heimen “Sitio das Criancas” und “Casa do Amor” zogen wie beim Wichteln einen Namen eines anderen Kindes und sollten für dieses einen Stern basteln und schön bemalen. Einige Kinder schrieben “Feliz Natal” oder “Te amo” auf die Sterne. Nun hängen alle 30 Sterne an der Wand und lassen ein bißchen Weihnachtsstimmung aufkommen. Für Weihnachtsstimmung sorgen auch noch die Weihnachtskrippe und ein Tannenbaum mit einer kitschigen Lichterkette. Aber wie soll auch bei 28 Grad Weihnachtsstimmung aufkommen? Palme statt Tannenbaum? Ich lasse mich mal überraschen, wie Weihnachten hier gefeiert wird. Fest steht bis jetzt, dass der 24.12 ein ganz normaler Arbeitstag ist und nur am 25.12 die Geschäfte geschlossen sind. Am 26.12 geht die Arbeitswelt weiter. Manche von den Kindern aus den Heimen werden Zuhause Weihnachten feiern, die anderen Kinder feiern bei den Erziehern Zuhause.

Silvester werde ich wohl mit den anderen 3 Praktikanten und Brasilianern an der Copacabana in Rio de Janeiro feiern. Zalreiche Menschen werden dort ein bombastisches Feuerwerk begutachten und bei Live-Musik von Amy Winehouse und anderen Stars abtanzen.

Was für Erfahrungen hab ich in den ersten 4 Monaten gesammelt?

Trotz Elend, Leid, Hunger, Ungerechtigkeiten uns miserablen Zukunftsaussichten haben die Menschen in den Elendvierteln noch total viel Lebensfreude. Sie leben im hier und jetzt und wollen das Leben in vollen Zügen genießen.

Die Menschen in Brasilien leben auf der Straße und machen sich das Leben in ihrem Stadtteil so schön wie möglich. Ob Alt oder Jung…alles sitzt und spielt Abends auf der Straße. Beim Churrasco, der ein oder anderen Flasche Bier ,Samba und Funky lassen sich Kummer und Sorgen schnell vergessen.

In Brasilien ist viel mehr Körperkontakt als in Deutschland. Jedes Mal werde ich mit Küsschen links und rechts begrüßt. Die Kinder aus den Kinderheimen und Crechen schmusen, kuscheln, streicheln, küssen und umarmen mich, als würden wir uns schon Jahre kennen.

Geld ist nicht alles. Mit einfachen Mitteln kann man auch viel spaß haben. Ein Beispiel dafür beschreibe ich nun:

Brasilianischer Drache “Pipa”

Es ist faszinierend, wie lange ein brasilianisches Kind mit einem einfachen, selbstgebauten Drachen spielen kann. Stundenlang laufen sie über die Straßen und lassen ihre Drachen in die

Höhe steigen. Für die Herstellung eines solchen Drachens benötigt man nicht viel:

Eine lange Schnur, Papier, eine Konservendose und Holzstäbe, eine Schere und Klebe. Die Pipas bedeuten für die Kinder Freiheit, Leichtigkeit, etwas selber lenken, Zukunft, Träumen.

Mir wurde auch erzählt, dass in den Favelas die Pipas auch dafür eingesetzt werden, um zu signalisieren, dass es hier Drogen gibt.

Material:

Dünnes Drachenpapier

eine 15 m dünne Paketschnur

30 - 40 cm lange dünne Holzstäbe (z. B. Bambusstäbe aus dem Blumenladen)

Konservendose

Klebstoff, Schere

Das Gestell

Mit der Schere 1 cm vom Rand entfernt rundherum eine Kerbe in beide Stangenenden ritzen.

Die Stäbe sternförmig übereinanderlegen, in der Mitte miteinander verknoten und die Stelle mit Klebstoff stabilisieren.

Die Schnur an den Einkerbungen einige Male um die Stange wickeln, festknoten, zur nächsten Stange ziehen.

Die Drachenhaut

Plastiktüten oder Drachenpapier in Streifen schneiden. Bunt gemischt anordnen, so dass sich die Streifen 3 cm überlappen.

Den flachen Stein darunterlegen und mit dem spitzen Stein auf die Folien schlagen. Durch die kleinen Löcher verhaken sich die Streifen ineinander. Das Endprodukt muss ca. 3 cm größer als das Drachengestell sein.

Das Gestell auf die Folie legen. Die überstehenden Streifen um die Schnur klappen und mit dem spitzen Stein festklopfen.

Drei kleine Löcher in die Vorderseite des Drachen stechen.

Von hinten drei 15 cm lange Schnüre um die Stangen knoten, durch die Löcher ziehen, vorne miteinander sowie mit der Steigleine verknoten.

Der Schwanz

Lange bunte Folienstreifen zuschneiden und mit dem spitzen Stein an der unteren Drachenseite befestigen.

Ich hoffe, dass man das ein oder andere Kind demnächst auch in Soest mit einem Pipa spielen sehen kann. Es muss nicht immer eine Playstation, ein Gameboy oder ein Ferngesteuertes Auto sein. Die materiellen Dinge über die wir uns oft messen sind nicht alles. Schenken wir uns lieber Zuwendung, Zeit, Zärtlichkeit und Liebe. Sie kostet nichts und ist trotzdem so wichtig.

Bedenken Sie dies doch mal bei ihren Weihnachtseinkäufen. Man kann sich ja ruhig was materielles schenken…..aber muss es immer soviel sein? Ich habe bis jetzt in Brasilien gelernt: Weniger ist oftmals mehr !!!!!!

Eine besinnliche und schöne Weihnachtszeit sendet Euch Bento aus Brasilien.

PS: Für alle die was Gutes tun wollen. Guckt euch mein Video bei youtube an ( www.youtube.de bei der Videosuche: Bento Spenden Brasilien eingeben. Jeder Euro kommt an und ist wichtig !!!!

Unknown hat gesagt…

Oi Ben? Tudo bem? Schau dir mal diese Seite an, bei der man sich Vokabelmails auf Portugiesisch zuschicken lassen kann, www.portulingua.de.

Ist von mir:)

Viele Grüße

G.